Bericht Frühjahrsfahrt 2017

Fahrt im März 2017,

 

wie immer sind wir morgens um sechs Uhr in Essen losgefahren und haben unser erstes Ziel, einen kleinen Gasthof in Mosonmagyárovár nach 12 Stunden Fahrt  (ca. 1100 km) erreicht. Am nächsten Tag sind wir dann früh morgens weiter gefahren und waren nach 9 stündiger Fahrt für ca. 600 km in Costiui. Dort wurden wir von Bela, Paul und Misi und Herrn Pastor Hájtájer empfangen. Wir haben dann noch unser Gepäck ausgeladen, zu Abend gegessen und uns dann zur Ruhe begeben. Am nächsten Tag besprachen wir unsere bestehenden Patenschaften. Hier ergaben sich keine Änderungen. Besprochen wurden auch die Anfragen nach neuen Hilfen und Patenschaften. Die Personen, die Anfragen nach Patenschaften gestellt hatten, wurden dann am Dienstag und Mittwoch von unserer Gruppe besucht um den notwendigen Bedarf festzustellen. Als Ergebnis dieser Besuche haben wir dann 6 neue Patenschaften vergeben; für Menschen die schwer krank sind, für Familien mit Kindern ohne geregeltes Einkommen. Auch konnten wir eine Ausbildungspatenschaft für einen Schüler vergeben, der jetzt Abitur macht und dann studieren möchte. Während unseres Rundganges durch das Dorf haben wir auch die Patenschaften ausgegeben für die Personen, die selber nicht in das Pfarrhaus kommen können. Gleichzeitig haben wir das Haus einer Patenschaftsempfängerin begutachtet, welches sich in einem sehr schlechten baulichen Zustand befindet. Hier hat uns Stefan Lohbeck, der bei dieser Fahrt zum ersten Mal dabei war, sehr gut geholfen. Da er vom Fach ist, konnte er sehr wertvolle Tipps zur Art der Instandsetzung und zum benötigten Material geben. Die hierfür notwendige finanzielle Hilfe haben wir Bela übergeben, der die Mittel entsprechend dem Fortschreiten der Instandsetzungsarbeiten ausgibt. Weitere finanzielle Hilfen haben wir für die Bezahlung von Medikamenten, medizinischer Behandlung und für eine anstehende Nierenoperation vergeben. Es ist schon erschütternd feststellen zu müssen, dass solche Operationen tatsächlich davon abhängen, ob jemand die finanziellen Mittel hierfür hat oder nicht. Eine Mutter, die schon seit Jahren eine Patenschaft bekommt, erzählte uns, als sie die Patenschaft im Pfarrhaus abgeholt hat, dass sie die Patenschaft nun dafür verwenden muss, bereits gekaufte Medikamente für ihren Sohn zu bezahlen. Dadurch wäre die gesamte Patenschaft aufgebraucht gewesen. Hier haben wir uns sofort entschlossen, die Kosten für die Medikamente zu übernehmen, so dass die Patenschaft ihrem eigentlichen Zweck erfüllen kann. Die Mutter war hierüber total überrascht und sehr dankbar.

Wie bereits in früheren Jahresbriefen erwähnt, haben die Empfänger der Patenschaften eine Erklärung unterschrieben, dass sie verpflichtet sind, Gemeinnützige Hilfe zu leisten, wenn sie von Bela, Paul, Misi oder dem Pastor hierzu aufgefordert werden. Sie wissen auch, dass ansonsten die Patenschaft ohne weiteres versagt werden kann. Wir haben feststellen können, dass diese Verpflichtung von den Patenschaftsempfängern auch eingehalten wird. Am Donnerstag hatten wir dann einen Tag Erholung und besuchten die Stadt Sighet und den dortigen, alltäglich stattfindenden, Markt.

Freitag Morgen sind wir dann wieder zu unserer Heimreise aufgebrochen. Zunächst ging die Fahrt zur Caritasstation in Satu Mare, wo wir ebenfalls Hilfsgelder abgegeben haben. Diese waren anlässlich der Beerdigung von Frau Andrea Hurlebusch für das Projekt Ardud gespendet worden. Bei unserem Besuch trafen wir auch den Leiter der Caritas, Herrn Dr. Lang, mit dem wir ein intensives Gespräch führen konnten. Nach dem Mittagessen brachen wir dann zu unserer Weiterfahrt auf, allerdings zunächst nur bis zur Grenze Rumänien – Ungarn. Hier hatten wir 2 Stunden Wartezeit. Das Ergebnis war, dass wir somit erst verspätet in unserem Quartier in Mosonmagyárovár angekommen sind. Nach dem Abendessen sind wir sofort schlafen gegangen. Die Weiterfahrt am nächsten Tag verlief ohne größere Probleme, so dass wir wieder gesund in Essen angekommen sind. Der folgende Sonntag war wieder mit dem üblichen Papierkram ausgefüllt.

Während der Heimreise erzählte uns Stefan Lohbeck, dass er sehr betroffen ist, dass es in Europa noch Gebiete gibt, in denen eine solche Armut vorherrscht. Er war hierüber sehr erschüttert. Er sagte weiter, dass er jetzt bewußter darüber nachdenkt, wie wir hier leben können und dürfen. Er teilte uns auch mit, dass er die von der Rumänienhilfe geleistete Arbeit voll unterstützen kann; es ist eine gut angelegte Hilfe für zum Teil sehr sehr arme Menschen.

Anlässlich unseres Aufenthaltes haben wir auch bereits unsere Fahrt im Herbst zum 25. Jährigen Jubiläum der Rumänienhilfe angesprochen. Die Überlegung, eine gemeinsame Dankmesse in Costiui mit anschließendem Treffen im Kulturhaus wurde begrüßt. Somit wurde wieder eine Hilfsfahrt mit Erfolg beendet. Wir nehmen den Dank der Einwohner von Costiui in unseren Herzen mit in den wieder einkehrenden Alltag.

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